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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

je lauter und schriller unsere Welt wird, umso mehr sehnen wir uns nach Phasen der Ruhe, der Einkehr, der Besinnung. Weihnachten ist ein solcher Ruhepol. Wir lassen die Welt außen vor, besinnen uns auf die Menschen, die uns wichtig sind: Die Familie, die Freunde.

Nicht alle können das Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien verbringen. Dank schulden wir denen, die an den Feiertagen arbeiten. Die einen kümmern sich um die Kranken oder retten Unfallopfer. Andere sorgen dafür, dass auch über Weihnachten der Alltag klappt. Dankbarkeit haben auch alle verdient, die sich freiwillig und ehrenamtlich für ihre Mitmenschen einsetzen.

Dankbarkeit sollten wir dafür empfinden, dass wir in Frieden leben - und das in einer Welt, die alles andere als friedlich ist. Die Zustände in Syrien, in Afghanistan, in Ägypten, ja sogar im sog. Heiligen Land sind mehr als alarmierend. Die Bilder in den Medien sind schrecklich, auch wenn wir uns allmählich daran zu gewöhnen scheinen.

Daran sollten wir denken, wenn wir über die Situation in unserem Land lamentieren. Selbst wenn die Bildung einer neuen Regierung auf sich warten lässt, so ist unser Staat doch ein stabiles Gebilde. Wir dürfen sein Tragfähigkeit aber nicht über Gebühr strapazieren.

Der soziale Friede in einer Gesellschaft ist gefährdet, wenn Partikularinteressen vor das Allgemeinwohl gestellt werden, wenn Teile der Gesellschaft abgehängt werden, wenn die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Deutschland ist nach wie vor ein wohlhabendes Land, aber der Wohlstand ist ungleichmäßig verteilt. Soziale Gerechtigkeit muss mehr sein als nur ein Schlagwort.

Mehr Sorge bereitet allerdings der Zustand in dem sich unser Europa befindet. Die Europäische Union ist mehr ist als ein Finanz- und Wirtschaftsprojekt. Ein gemeinsames Europa ist ein Garant des Friedens - seit über 70 Jahren. Ein gemeinsames Europa ist ein großes Friedens- und Versöhnungswerk, das zu erhalten und weiterzuentwickeln dringend geboten ist.

Das Haus Europa ist in eine bedrohliche Schieflage geraten. Aber: Europa ist unsere gemeinsame Heimat und unser kostbares Erbe. Es steht für die großen Werte der Freiheit, der Menschenrechte und der sozialen Sicherheit. All das ist in unserem Europa nur gemeinsam zu erhalten. Wer etwas anderes sagt, findet vielleicht kurzfristig Beifall. Aber er irrt sich.

Wir dürfen nicht zulassen, dass nationaler Egoismus wieder salonfähig und der Abgrenzung das Wort geredet wird anstatt die Gemeinsamkeiten zu stärken. Wenn jedes Volk in Europa nur an sich denkt, haben wir aus der Geschichte nichts gelernt.

Trotz oder gerade wegen der Sorgen und Nöte, die uns drücken, gibt uns das Weihnachtsfest die Ruhe und innere Sicherheit, die wir benötigen, um unseren Alltag zu bewältigen. Nicht jeder empfindet das gleich und gewiss ist vieles inzwischen hemmungslos kommerzialisiert.

Aber wenn wir ein bisschen innehalten, können wir noch immer den unzerstörbaren Kern der weihnachtlichen Botschaft entdecken, die da lautet: „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich, dass der weihnachtliche Frieden Sie am bevorstehenden Fest begleiten möge und dass Sie daraus Kraft, Hoffnung und Mut schöpfen, mit der Sie die vielen Wege im neuen Jahr mutig und zuversichtlich gehen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Bernhard Ruß
1. Bürgermeister