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Wasserzweckverband investiert in die Zukunft

In einer Arbeitssitzung der drei Bürgermeister Stefan Paulus (Knetzgau), Bernhard Ruß (Sand) und Holger Baunacher (Wonfurt), an der auch Günter Englert vom Technischen Büro Werner (Eltmann) und Wolfgang Thein (Wasserwart des Wasserzweckverbandes) teilnahmen, wurde die Planung des Wasserzweckverbandes (WZV) der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe besprochen, im Rahmen von Sicherungsmaßnahmen und Erhalt der Wasserqualität Teile der Wasserhauptleitung in Sand und in Wonfurt neu zu verlegen.

Die in den 1960er Jahren errichtete Hauptwasserleitung des WZV verlief von den Brunnen bei Limbach nach Knetzgau über Sander Gebiet, als der südliche Teil der Gemeinde noch Ackerland war. Durch die rege Bautätigkeit in den letzten Jahrzehnten verläuft die Trasse aber nun mitten durch Sander Wohngebiet. Aus Sicherheitsgründen soll die in die Jahre gekommene Hauptwasserleitung nun verlegt und entlang des Steinäckerweges um die Gemeinde herum geführt werden. Im Auftrag des Zweckverbands hat das Technische Büro Werner (TBW Eltmann), für die Neuverlegung der Hauptwasserleitung inzwischen eine Planung erstellt, die auch wesentlicher Teil der Besprechung war.

Die Arbeit des Wasserzweckverbandes wird von der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen. Wie wichtig sie jedoch ist stellte dessen Vorsitzender Bürgermeister Stefan Paulus (Knetzgau) heraus als er erläuterte, dass der EU-weit gültige Nitrat-Grenzwert von Trinkwasser bei 50 Milligramm pro Liter liegt. Beim WZV der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe liege er bei 3 bis 4 mg/Liter, was beste Wasserqualität ist. „Das ist das Resultat, dass wir immer wieder Pumpenhäuser umgebaut, die technischen Einrichtungen modernisiert und andere Investitionen getätigt haben. Der Wasserverbrauch ist in den letzten Jahrzehnten ständig angestiegen. Zu unserer Aufgabe gehört es, dass immer ausreichend Wasser in guter Qualität vorrätig ist. Durch die Abnahme von Wasser durch Coca-Cola, für die sehr strenge Normen gelten, ist unser Wasser das bestüberwachte Lebensmittel im bayerischen Raum“, so Bgm. Stefan Paulus.

Während der Besprechung wurde angeführt, dass die Nitrat-Belastung von Wasser zum Teil auf intensiv betriebene Landwirtschaft wegen Ausbringung z.B. von Dünger und Gülle zurückzuführen ist. Paulus weiter: „Sehr wichtig war deshalb, dass wir durch Ankauf von Flächen unsere Schutzgebiete um die Brunnen ständig erweitert haben“.
Aufgabe des WZV der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe ist es, Wasser zu gewinnen, es aufzubereiten und zu verteilen. Das alles muss kostenneutral geschehen, denn Gewinne dürfen nicht gemacht werden. Investitionen, wie jetzt die rund eine Million Euro für die geplanten Verlegungen der Hauptwasserleitungen in Sand und in Wonfurt sind jedoch unumgänglich, so Bürgermeister Bernhard Ruß (Sand), denn man müsse Schaden fernhalten, der den Anliegern bei einen eventuellen Rohrbruch der über 50 Jahre alten Leitungen entstehen könnte.

Genau darauf wies Bürgermeister Holger Baunacher (Wonfurt) hin, der von zahlreichen Wasserrohrbrüchen in seiner Gemeinde im letzten Jahr berichtete. Zusammen mit der Verlegung der Hauptwasserleitung soll auch das Ortsnetz saniert werden. Die Verlegung der Hauptleitung bringe darüber hinaus weitere Sicherheit für die Wasserversorgung Wonfurts, denn an den Übergabe-Schacht könne zur Einspeisung eine zweite Leitung angeschlossen werden.

Die technischen Einzelheiten der Planungen erläuterte Günter Englert vom Tech. Planungsbüro Werner (Eltmann). Die neuen Hauptwasserleitungen würden in einer Tiefe von mindestens 1,50 Meter verlegt. Der Mutterboden würde vorher abgetragen, zwischengelagert und später als Überdeckung wieder aufgebracht. In den Grundstücken südlich des Steinäckerweges in Sand würden als Hauptwasserleitung Rohre von 250 Millimeter eingebracht. In der Gemarkung Wonfurt würden wegen des Anschlusses des Coca-Cola-Werkes Rohre von 300 Millimeter Stärke verwendet. Die Staatstraße ST 2275 zwischen Wonfurt und Steinsfeld muss zwecks Überquerung nicht aufgerissen werden, denn die neue Leitung könne durch die vorhandenen Leerrohre durchgeschoben werden. Die bisher genutzten, dann nicht mehr benötigten „alten Leitungen“ würden abgeklemmt, stillgelegt und verbleiben im Boden. „Die Sicherheit der neuen Hauptwasserleitung wird auch dadurch gewährt, dass sie z.B. in Sand entlang eines Grabens verläuft und das Wasser bei einem eventuellen Rohrbruch auf natürliche Art abgeleitet wird“, so Planungs-Ingenieur Günter Englert.

Da die neuen Hauptwasserleitungen über private Grundstücke führen, müssen gegen Entschädigung Grunddienstbarkeiten abgeschlossen werden. Betroffen davon sind von dieser Gemeinschaftsaufgabe auf dem Gebiet der Gemeinde Sand neben der Kommune selbst 25 weitere Grundstückseigner. Da in Wonfurt nur mit vier Grundstücksbesitzer verhandelt werden muss, soll der Baubeginn hier noch im Jahr 2017 erfolgen. Baubeginn in Sand ist erst für das Jahr 2018 vorgesehen.

Das sich die bisherigen Maßnahmen, die Bereithaltung vom technischen Know-how und personellen Einsatz rund um die Uhr sowie die neuen Investitionen zur Sicherung der Wasserqualität für die Zukunft auch auf den Wasserpreis niederschlagen könnten, ließen die drei Bürgermeister nicht unerwähnt. Trotzdem stellten sie in Übereinstimmung fest, dass sie die Grundkosten so niedrig wie möglich halten wollen. Derzeit beträgt der Bezug von einem Kubik Wasser (1000 Liter) 0,80 Euro. Das ist zurzeit der günstigste Wasserpreis im gesamten Landkreis Haßberge.
Text und Bilder: Alfons Beuerlein