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Bericht aus der Öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 19. April 2018

Nach den Umbaumaßnahmen im Rathaus konnte der Gemeinderat erstmals wieder im großen Sitzungssaal tagen.


Zum ersten Mal nach dem Umbau des Rathauses fand die Gemeinderatssitzung in Sand wieder im großen Sitzungssaal statt. Zuvor besichtigten jedoch die Gemeinderäte die abgeschlossenen Baumaßnahmen. Ebenfalls anwesend war Architekt Jürgen Rebhan, der auch die entstandenen Kosten erläuterte. Mit gut 474000 Euro für die geförderten Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit lagen die tatsächlichen Kosten nur um rund 1000 Euro höher als geplant. Zusammen mit dem Umbau des Besprechungszimmers und allgemeinen Renovierungsarbeiten wurden insgesamt rund 520.000 Euro investiert, wobei 308.000 Euro in Form eines Zuschusses an die Gemeinde zurückfließt. Einig waren sich die Gemeinderäte, dass die Besuchernische im Erdgeschoss und der neue Empfangsbereich im ersten Stock sehr gut gelungen ist. So hat der Bürger immer gleich einen Ansprechpartner und kann sich dort Auskünfte holen. Gemeinderätin Doris Kümmel schlug als selbst Betroffene vor, einen Spiegel im neuen Aufzug anzubringen. Rollstuhlfahrer können sich nämlich darin nicht drehen und müssen somit rückwärts den Fahrstuhl verlassen. Mit einem Spiegel an der gegenüberliegenden Seite der Tür, wäre es Personen mit Handicap möglich, den rückwärtigen Bereich im Auge zu behalten. Bürgermeister Bernhard Ruß versprach die Sache prüfen zu lassen und für Abhilfe zu sorgen.
Offiziell vorgestellt wurde das neue Führungsteam der Sander Feuerwehr dem Gemeinderat. Der 38-jährige Andreas Winkler führt seit der letzten Neuwahl als Erster Kommandant die Wehr an, unterstützt von seinem Stellvertreter Benjamin Altmannsberger (28). Mit 53 Aktiven ist die Feuerwehr gut aufgestellt. 16 weitere Ehrenamtliche engagieren sich bei den First Respondern, die schon oft Leben gerettet haben. Auch der Nachwuchs ist mit 24 Jugendfeuerwehrlern und 12 Mädchen und Buben in der Kinderfeuerwehr gut vertreten. Mit 1308 Einsatzstunden im letzten Jahr oder anders ausgedrückt, 244 Einsätzen, davon 184 der First Responder, besteht eine gute Auslastung. Winkler und Altmannsberger informierten die Räte, dass eine Anschaffung von neuer Einsatzkleidung dringend notwendig sei. Die jetzige Schutzkleidung ist teilweise bis zu 20 Jahre alt und verschlissen. Außerdem wird sie den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht mehr gerecht. Es wurde ausführlich ein neuer Einsatzanzug mit Überhose vorgestellt, der alle Anforderungen für die Sander Wehr erfüllt und mit rund 900 Euro je Satz vergleichsweise recht preiswert zu beschaffen ist. Bürgermeister Ruß und die Gemeinderäte zeigten sich stolz über ihre starke Truppe und sahen auch die Notwendigkeit, die Kleidung zu erneuern. Einzelheiten dazu werden in einer der nächsten Sitzungen entschieden.
Ebenso ist der Fuhrpark der Feuerwehr teilweise recht alt. Aktuell wird der Kommandowagen aufgrund seiner Mängel nicht mehr durch den TÜV kommen und eine Reparatur würde sich bei dem sehr alten Auto nicht mehr lohnen. Deshalb ist geplant, ein neues Mehrzweckfahrzeug anzuschaffen, das auch zur Einrichtung einer Führungsstelle im Einsatz nützlich ist. Die Kosten für das Fahrzeug der Marke Ford belaufen sich auf rund 63000 Euro. Dafür würde es Zuschüsse in Höhe von 17000 Euro geben, so dass ein Anteil der Gemeinde gut 46000 Euro betragen würde. Die Feuerwehr Ermershausen wird voraussichtlich das gleiche Fahrzeug beschaffen, so dass bei einer gemeinsamen Bestellung noch ein zusätzlicher Rabatt möglich sei. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, die Verwaltung zu beauftragen, einen Zuschussantrag bei der Regierung von Unterfranken zu stellen. Die Auftragsvergabe erfolgt dann durch den Gemeinderat nach Vorlage konkreter Angebote und des Förderbescheides. Für die Jahre 2021/22 und 2023/24 müsste außerdem eine Neuanschaffung eines Hilfeleistungsfahrzeuges bzw. eines Tanklöschfahrzeuges geplant werden, informierte Kommandant Andreas Winkler die Gemeinderäte.
Beraten und abgestimmt wurde auch über einen Zuschussantrag des Sportkegelklubs "Alle Neun Sand". Eine Notwendigkeit der Sanierung der Kegelbahn, begründete der Verein mit Problemen der Elektronik und der Mechanik beim Kegelrücklauf sowie dem Anschub. Nach dem Aufstieg in eine höhere Klasse werde die Bahn vor jedem Kampf durch den Schiedsrichter kontrolliert. Wenn die Bahn nicht in Ordnung sei, werde die Anlage für das Spiel nicht freigegeben. Dies würde im wiederholten Fall zum Zwangsabstieg aus der Klasse führen. Einig waren sich alle Gemeinderäte, den Sport zu unterstützen und einen Zuschuss zu bewilligen. Jedoch gab es umfangreiche Diskussionen über dessen Höhe. Gemäß dem Ergebnis der Beratung im Haupt- und Finanzausschuss schlug der Bürgermeister eine Höhe von 15% der Kosten vor. Die Gemeinderäte Heinrich Schmitt und Jörg Kümmel wollten dem Verein noch mehr unter die Arme greifen und schlugen stattdessen eine rückwirkende Förderung in Höhe von 10% auf eine Kostensumme von 344000 Euro für eine Baumaßnahme im Jahre 2005 vor. Mit diesem Vorschlag der Freien Sander Bürger konnten sich Bürgermeister Bernhard Ruß und seine beiden Stellvertreter Gerhard Zösch und Paul Hümmer konnten sich genauso wie der überwiegende Teil der restlichen Gemeinderäte nicht mit dieser neuen Situation anfreunden. In Zukunft sollen alle Vereine gleich behandelt werden, was bei rückwirkenden Zuschüssen den finanziellen Rahmen der Gemeinde sprengen würde. Nach einer Unterbrechung der Sitzung, bei der nichtöffentlich die finanzielle Situation des Kegelklubs erläutert wurde, stimmten schließlich elf Gemeinderäte für eine Förderung in Höhe von 15%, die bei Gesamtkosten von 71000 Euro somit 10650 Euro beträgt. Drei Gemeinderäte votierten dagegen.
Die Bauleitplanung in der Winzergemeinde war ein weiteres Thema. Eine mit Gemeinderäten und einem Sachverständigen besetzte Ausschussgruppe soll sich bilden, um die Aktivierung leerstehender Bauplätze voranzutreiben. Um sich weiterentwickeln zu können, sei die Gemeinde auf die Mitwirkung der Grundstückseigentümer angewiesen.
Einstimmig beschlossen wurde die Errichtung von einer Ladestation für Elektrofahrzeuge mit zwei Anschlüssen. Diese soll auf dem Parkplatz hinter der Schule errichtet werden. Nach Abzug von Zuschüssen bleibt für die Gemeinde ein Kostenanteil von 4700 Euro übrig.
Auf der Vorschlagsliste für Schöffen für die Jahre 2019 bis 2023 stehen die Sander Bürger Stefan Müller und Stefan Wambach.
Foto und Text: Christian Licha