SitemapLage der GemeindeImpressum

Suche:

Wetter in Sand am Main

26 / 28 °C sonnig
Wetterlage

wetter.com

Veranstaltungskalender

Leuchtendes Beispiel für Mitmenschlichkeit

Landrat Wilhelm Schneider zeichnet Helmar Höhn mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Der 80-Jährige hat seine Ehefrau Christel über 20 Jahre lang liebevoll und aufopfernd gepflegt.

Helmar Höhn aus Sand ist für sein außergewöhnliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Der 80-Jährige kümmerte sich 23 Jahre lang liebevoll und aufopfernd um seine pflegebedürftige Frau Christel, die seit einem Schlaganfall körperlich behindert war. Im Auftrag des Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier überreichte Landrat Wilhelm Schneider in seinem Dienstzimmer Urkunde und Medaille.

„Sie sind ein bewundernswerter Mann, sie haben Großartiges geleistet, denn Sie haben sich für das Wohl ihrer Familie aufgeopfert und dafür gesorgt, dass ihre Frau bis zu ihrem Tod dort gepflegt wurde, wo sie sich am wohlsten fühlte - nämlich zu Hause“, so Landrat Wilhelm Schneider in seiner Laudatio. Und genau dafür werde Helmar Höhn ausgezeichnet - für seine Hingabe, Tatkraft, Ausdauer und sein großes Herz.

„Ihr Wirken war nicht nur für Ihre Frau von unschätzbarem Wert, sondern auch für unsere Gesellschaft“, stellte der Landrat fest, „Müsste die familiäre Pflege vom staatlichen System ersetzt werden, würde es zusammen brechen.“ Deswegen gratulierte Wilhelm Schneider nicht nur zu dieser hohen Auszeichnung, sondern er bedankte sich bei Helmar Höhn für sein herausragendes Wirken und seine große menschliche Stärke.

Das Leben der Familie Höhn hatte sich durch den Schlaganfall im Jahr 1994 von heute auf morgen massiv und nachhaltig verändert. Christel Höhn war mit 52 Jahren zum Pflegefall geworden. Damals hat Helmar Höhn nicht lange gezögert und die Herausforderung Pflege im eigenen Zuhause angenommen. Seine Ehefrau in einer Pflegeeinrichtung unterzubringen kam für ihn nie in Frage. Stattdessen war es ihm eine Herzensangelegenheit, sich selbst um seine Frau zu kümmern, damit sie weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause leben konnte und in der Familie integriert war. Welche Anstrengungen und Entbehrungen das mit sich gebracht hat, kann man als Außenstehender nur erahnen.

Zunächst konnte Christel Höhn zwar noch alleine am Stock gehen, aber alle weiteren Aktivitäten waren durch die stark eingeschränkte Motorik so gut wie nicht mehr möglich. Das bedeutete für Helmar Höhn, dass er in seinem Korbwarenhandel ohne die Unterstützung seiner Frau zurechtkommen musste. Zusätzlich übernahm er auch noch die Aufgaben im Haushalt - angefangen beim Putzen übers Waschen bis hin zum Einkaufen und Kochen - und sorgte sich um seine Frau. Wertvolle Hilfe erhielt er dabei von seinen Töchtern Heike und Elke.

Bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens war Helmar Höhn mit helfender Hand an der Seite seiner Frau „Sie waren jederzeit für sie da, ohne an sich selbst, an ihre eigenen Belange zu denken. Liebevoll, mit größter Fürsorge und vorbildlicher Geduld “, lobte der Landrat. „Diese Pflege, die sie ihrer Frau angedeihen ließen, ist wirklich nicht als selbst-verständlich hinzunehmen.“ Wilhelm Schneider bezeichnete Helmar Höhn als ein leuch-tendes Vorbild für Mitmenschlichkeit und unermüdliche Fürsorge. „Bewundernswert sind auch ihr Mut und die Stärke, Verantwortung zu übernehmen, wie auch die Bereitschaft, für einen anderen Menschen da zu sein und ihm zu helfen, wann immer er einen braucht.“

Landrat Wilhelm Schneider bedankte sich ganz herzlich bei dem Sander für seinen selbstlosen Einsatz und zeichnete Helmar Höhn mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Zu dieser hohen Auszeichnung gratulierten auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, Bürgermeister Bernhard Ruß und Tochter Elke.

Text und Bild: Monika Göhr