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Berichte aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 27. Februar 2018

Voraussichtlich das letzte Mal im Pfarrheim fand die Sitzung des Gemeinderates statt. Demnächst sollen die Umbaumaßnahmen im Rathaus abgeschlossen sein und das Gremium wieder dort tagen.


Zahlreiche Tagesordnungspunkte standen bei der ersten Sitzung des Sander Gemeinderates in diesem Jahr auf dem Programm. Wie bereits berichtet, plant die Gemeinde die Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus um zwei Kinderkrippen-Gruppen in Verbindung mit der Nutzung des Pfarrhauses und einem angrenzenden Neubau. Nach Prüfung bei der Regierung von Unterfranken kam von dieser Stelle der Vorschlag, den Bau etwas zu verkleinern, mit dem Ziel, dass sich die Planung mehr dem Kostenhöchstwert für einen Zuschuss annähert. Architekt Jürgen Bergmann aus Hofheim stellte nun das neue Raumkonzept vor, das eine Einsparung von 78 Quadratmetern beziehungsweise rund 150.000 Euro vorsieht. So soll der Intensivraum im 1. Obergeschoß genauso wie die Personal-Toilette im Erdgeschoss ersatzlos entfallen. Weiterhin wird es statt zwei nur noch einen Elternwartebereich geben und das ganze Gebäude auf der Ostseite um 50 Zentimeter gekürzt werden. Gemeinderat Heinrich Schmitt erkundigte sich bei dem Architekten, wie hoch die Baukosten für den reinen Neubau sind und wie groß dessen Nutzfläche ist. Hieraus errechnete Schmitt unter Einbeziehung von Vergleichszahlen ähnlicher Projekte, dass der Neubau mit knapp über 3.000 Euro je Quadratmeter durchaus in einem vertretbaren Rahmen liegt. Dagegen vertrat Robert Wagner die Meinung, dass dieses "riesen Projekt" nichts mit Wirtschaftlichkeit zu tun habe. Bürgermeister Bernhard Ruß erklärte, dass die Planung und Größenordnung vom Gemeinderat so gewollt war. Außerdem gäbe es in Sand keinen anderen Platz für dieses Projekt und die Lage direkt am bestehenden Kindergarten sei optimal. Außerdem sei die geplante Kinderkrippe noch um eine Gruppe erweiterbar und damit eine Option für die Zukunft. Klaus Ullrich ergänzte noch, dass in Zukunft Betriebskosten gespart werden. Architekt Bergmann wurde anschließend mit nur einer Gegenstimme beauftragt, die weiteren Planungen vorzunehmen. Nach momentanen Stand sieht es so aus, dass frühestens im Sommer mit dem Bau begonnen werden kann und dieser nach rund einem Jahr beendet sein wird.
Intensiv befasste sich der Gemeinderat auch mit dem Neuerlass einer Verordnung über das freie Umherlaufen von Hunden. Vor einigen Wochen hatte in Sand ein frei umherlaufender, großer Hund, einen kleineren angefallen und tödlich verletzt. Gegen den Halter des großen Hundes wurde von der Gemeinde ein Bußgeld und die Auflage für eine Anlein- und Maulkorbpflicht verhängt. Ein Wesenstest steht noch bevor, nachdem dann weitere Maßnahmen folgen werden. Die Neufassung der Verordnung sieht vor, dass Kampfhunde und große Hunde (größer als 50 Zentimeter Stockmaß) auf allen öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen, die innerhalb des Geltungsbereiches eines Bebauungsplans, dem Altortbereich, dem Campingplatz und sonstigen bebauten Flächen, die eine geschlossene Einheit bilden, liegen, von geeigneten Personen an der Leine zu führen sind. Die Anleinpflicht gilt auch auf allen Radwegen und dem Steinäckerweg. Die Leine muss reißfest sein und darf eine Länge von drei Metern nicht überschreiten. Mit 15:0 Stimmen wurde dies einstimmig beschlossen. Zweiter Bürgermeister Gerhard Zösch regt noch an, die Bürger darauf aufmerksam zu machen, dass sie Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung der Gemeinde melden sollen. Denn nur mit Zeugen kann die Gemeinde dagegen vorgehen.
Viel Diskussionsbedarf gab es zum Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion, krebsverdächtige Herbizidwirkstoffe, insbesondere Glyphosat auf Flächen der Gemeinde Sand zu verbieten. Heinrich Schmitt teilte mit, dass der Bauernverband der Meinung ist, dass Glyphosat nicht schädlich sei. Robert Wagner sah auch keine Beeinträchtigungen, wenn die Landwirte das Mittel sachgerecht verwenden. Groß sei die Gefahr, so Wagner, dass dann noch schlimmere Mittel genommen werden, wenn Glyphosat verboten wird. Demgegenüber vertrat Roland Mahr die Meinung, diesem Beschlussvorschlag, der der Empfehlung des Landkreises folgt, zuzustimmen. Aus Gesprächen mit einem Imker weiß Mahr, dass beispielsweise Bienen bei Anwendung von Glyphosat eingehen. Nach noch einigen weiteren Wortmeldungen lehnte das Gremium den SPD-Vorschlag schließlich mit 8:7 Stimmen ab.
Einer Meinung waren die Mitglieder des Gemeinderates, den Spielplatz am Lerchenweg dauerhaft zu erhalten. Ein privater Antrag von Detlef Weinhold, den Spielplatz in Bauland umzuwandeln, dieses dann zu verkaufen und den Erlös für die Erneuerung anderer Spielplätze zu verwenden, wurde einstimmig abgelehnt. "So arm sind wir noch nicht, dass wir einen Spielplatz verkaufen müssen", stellte Bürgermeister Bernhard Ruß fest. Mit der vorhandenen Trafostation und der Abwasserleitung auf diesem Grundstück, wäre es außérdem nur mit Einschränkungen möglich, dieses zu bebauen. Johannes Krines regte auch an, ein Konzept zu erstellen, die vorhandenen Spielplätze in den kommenden fünf bis sechs Jahren zu modernisieren.
Zu dem Antrag des CSU-Ortsverbandes Sand, eine Möglichkeit zu finden, die Aussegnunsghalle zu beheizen, wurde beschlossen, dass der Bauausschuß bei seiner nächsten Sitzung sich vor Ort ein Bild machen soll. Heinrich Schmitt regte weiter eine Abtrennung für den Innenbereich an, damit die Besucher dort vor Regen geschützt sind.
Einstimmig abgelehnt wurde der Vorschlag einen WLAN-Hotspot auf dem Kirchplatz zu installieren. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte waren sich einig, dass die jährlichen Kosten hierfür in Höhe von fast 1.000 Euro an anderer Stelle sinnvoller verwendet werden können.
Zum Abschluss der öffentlichen Sitzung berichtete Antonie Bergmann, dass sie nach einem Gespräch mit dem Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann erfuhr, dass das Hallenbad in der Nachbarstadt wegen zu hoher Kosten geschlossen werden solle. Bürgermeister Ruß teilte mit, dass sich die Gemeinde Sand bereits schon an den Kosten beteiligt und zwar im Rahmen der Nutzung durch die Sander Schüler. Als Kreisrat betonte Ruß, dass der Landkreis außerstande sei, hier zu helfen, da er Stabilisierungshilfe bezieht und eine freiwillige Förderung somit nicht möglich sei. Seiner Meinung nach ist hier der Freistaat Bayern in der Pflicht, die Zeiler zu unterstützen.

Fotos und Text: Christian Licha

In unmittelbarer Nachbarschaft des bestehenden Kindergartens St. Nikolaus wird eine Kinderkrippe gebaut, die bis zu drei Gruppen beheimaten kann.