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Was wird mit dem Sander Gemeindehaus?

Der wichtigste Punkt der Sander Gemeinderatssitzung, die am Dienstag im Anglerheim stattfand, war das weitere Nutzungskonzept für das Gemeindehaus an der Zeiler Straße im Ortsteil Wörther Siedlung. Zur Sitzung hatte Bürgermeister Bernhard Ruß den Zeiler Architekten Hubert Gieb eingeladen, der den Räten einen Planentwurf für eine mögliche Renovierung vorlegte, die jedoch aufgrund der Bausubstanz des Gemeindehauses mir sehr hohen Kosten verbunden sein dürfte.
Zu Beginn des Tagesordnungspunktes wies Bürgermeister Ruß darauf hin, dass man von staatlicher Seite dazu verpflichtet ist, Wohnraum für Bedürftige, egal ob für anerkannte Flüchtlinge oder sonst sozialschwache Familien vorrätig zu halten. Aus diesem Grunde sei das Gemeindehaus letzten Endes auch nicht verkauft worden, sondern es wurde in Erwägung gezogen, es nach einer eventuellen Renovierung als Wohnraum für Bedürftige nutzen.
Architekt Hubertus Gieb, der von der Gemeinde mit der Erstellung eines Raumkonzeptes für das Gemeindehaus beauftragt worden war, legte in der Sitzung einen ersten Planentwurf vor. Demnach könnte im Erdgeschoß des Hauses eine Wohnung mit 89 Quadratmeter, im Obergeschoß mit separatem Zugang eine Wohnung mit 81 Quadratmeter Wohnfläche eingerichtet werden. Die Gesamtkosten für eine Renovierung bezifferte Architekt Gieb auf 250.000.- bis 300.000.- Euro mit möglichem Ausschlag nach oben.
Architekt Hubertus Gieb beschrieb die Bausubstanz des Gemeindehauses als äußerst marode. Das Dach müsste komplett erneuert werden. Ebenso die Fenster, Elektro- und Sanitärinstallation und möglicherweise auch die Wände. Auch habe das Haus keine Heizung. „Die Sanierung eines Altbaues ist immer ein Risiko. Man weiß nie, was einem noch als Überraschung erwartet. Deshalb könnten die geschätzten Kosten auch noch in die Höhe schnellen“, so Architekt Gieb.
Bürgermeister Bernhard Ruß beschrieb es so: „Die Hülle des Steinhauses ist besser als der Inhalt. Fakt ist“, so Ruß weiter, „dass wir Wohnungen für Bedürftige und eine Unterkunft für Obdachlose brauchen. Die sollen auf dem Grundstück des Gemeindehauses entstehen. Das Problem ist, ob wir weiter in die Renovierung investieren oder alternativ über einen Abriss und Neubau an gleicher Stelle nachdenken sollten“.
Beides, so wurde im Gemeinderat diskutiert, hänge von einer eventuellen staatlichen Förderung ab. Damit dies Bürgermeister Ruß mit konkreten Unterlagen bei der Regierung in Würzburg abklären kann, soll Architekt Hubertus Gieb ein Planungs- und Raumkonzept sowohl für eine Renovierung des Gemeindehauses als auch für einen Abriss desselben und einen Neubau mit dann vier Wohneinheiten plus zwei Obdachlosen-Unterkünfte ausarbeiten. Erst wenn man weiß, mit welchen Fördermöglichkeiten man bei beiden Varianten rechnen kann, soll über die weitere Vorgehensweise beraten werden.