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Im Pfarrhaus sollen Kinder spielen

Im Verlauf der Gemeinderatssitzung am Dienstag legte Bürgermeister Bernhard Ruß dem Gemeinderat Sand vor dem Hintergrund eines eventuellen Förderantrags zur Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus eine aktuelle Bedarfsplanung vor.
Zunächst ging Bürgermeister Ruß auf die aktuellen Belegungszahlen der Sander Kindergärten ein. Der KG St. Martin beherbergt derzeit 4 Kinder unter drei Jahren und 32 Kinder über drei Jahren. In den Kindergarten St. Nikolaus gehen 26 Kinder unter drei Jahre und 42 Kinder über drei Jahre. Zusammen werden somit in Sand 30 Kinder unter drei Jahren und 74 Kinder über drei Jahre betreut. In auswärtigen Kindergärten sind jeweils vier Sander Kinder unter bzw. über drei Jahre Kinder untergebracht. Damit werden praktisch 100 % der über dreijährigen Sander Kinder und etwa 35 % der Kinder unter drei Jahren in Kindergärten betreut werden.
Wie Bürgermeister Ruß weiter ausführte, würden in Sand im Mittel der letzten sechs Jahren 26 Kinder pro Jahr geboren. Legt man diese Geburtenzahl zu Grunde und nimmt an, dass die Betreuungsquote unverändert bleibt, so kann ein Bedarf von 78 Plätzen für Kinder über drei Jahren und von 27 Plätzen für Kinder unter drei Jahren angenommen werden.
Bei der Entwicklung der Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren sei eine stetige Zunahme festzustellen. Im Kindergartenjahr 2011/12 wurde die erste Krippengruppe eingerichtet. Zwischenzeitlich wurde zum Kindergartenjahr 2016/17 eine zweite Krippengruppe eingerichtet. Wie Bürgermeister Ruß mitteilte, seien in beiden Krippengruppen zum Ende des laufenden Kindergartenjahres 2017/18 nur noch drei Plätze frei. „Unter Berücksichtigung dieser steigenden Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren und der Erschließung des Baugebietes „Untere Länge“ wird eine dritte Kinderkrippe zur Deckung des Bedarfes benötigt“, so Bürgermeister Ruß.
Im Kindergarten St. Martin sind zwei Gruppen, die insgesamt 50 Kinder über drei Jahre betreuen können, eingerichtet. Im Kindergarten St. Nikolaus stehen in zwei Kinderkrippen insgesamt 24 Plätze für Kinder unter drei Jahren und zwei Gruppen mit insgesamt 50 Plätze für über dreijährige Kinder zur Verfügung. Eine der Gruppen ist derzeit auf Grund einer befristeten Ausnahmegenehmigung im Mehrzweckraum (Turnraum) untergebracht.
Aufgrund des Bedarfsplanes ergibt sich nach den Worten von Bürgermeister Ruß für die Gemeinde Sand künftig folgender Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen: Drei Kinderkrippen für Kinder unter drei Jahren und vier Gruppen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.
Drei Kinderkrippen und zwei Kindergartengruppen werden im Kindergarten St. Nikolaus (bestehender Kindergarten und Erweiterung im Pfarrgarten/-haus) untergebracht, zwei Kindergartengruppen im Kindergarten St. Martin.
Der Gemeinderat fasste schließlich folgenden Beschluss: Die Gemeinde Sand a. Main stellt für die Betreuung von Kindern über drei Jahren einen Bedarf von 50 Plätzen im Kindergarten St. Martin und von weiteren 50 Plätzen im Kindergarten St. Nikolaus fest. Für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in einer Kinderkrippe stellt die Gemeinde einen Bedarf von 36 Plätzen fest. Hiervon bestehen bereits 24 Plätze (12 dauerhaft und 12 vorübergehend genehmigt) im Kindergarten St. Nikolaus zur Verfügung. Eine weitere Kinderkrippe mit weiteren zwölf Betreuungsplätzen ist noch zu schaffen.
Bauliche Erweiterung
Im weiteren Verlauf der Kindergartenangelegenheiten führte Bürgermeister Ruß aus, dass laut Bedarfsplanung die Voraussetzung für die Errichtung von zwei weiteren Kinderkrippen gegeben ist. Diese beiden Krippen sollen auf dem Gelände des derzeitigen Pfarrgartens und im 1. Geschoss des Pfarrhauses untergebracht werden. Die beiden Kinderkrippen sollen organisatorisch in den bestehenden Kindergarten St. Nikolaus eingegliedert werden, so dass kein Bedarf nach einer eigenen Leitung und eigenem Personal besteht.
Die Einteilung würde im bestehenden Kindergarten St. Nikolaus eine Kindergartenkrippe und zwei Kindergartengruppen sowie im Pfarrhaus und einem Erweiterungs-Anbau im Pfarrgarten zwei Kinderkrippen vorsehen.
Wegen des Raumprogramms hat die Gemeindeverwaltung Kontakt mit der Regierung von Unterfranken aufgenommen. Wie Bürgermeister Ruß weiter erörterte, werde man versuchen an Fördermittel aus dem Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“ des Bundes zu kommen.