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Gemeindehaus wird nicht verkauft

Das Gemeindehaus in Sand soll nun doch nicht verkauft werden. Damit machte der Gemeinderat seinen in der Sitzung vom 3. Februar 2016 gefassten Beschluss rückgängig. Der Punkt „Verkauf oder andere Nutzung des Gemeindehauses“ sollte zunächst in der nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates behandelt werden. Auf Antrag von Gemeinderat Heinrich Schmitt wurde er in den öffentlichen Teil der Sitzung vorgezogen.
Wie Bürgermeister Ruß ausführte, hatte ein Kaufinteressant kurzfristig abgesagt. Die Gemeinde habe daraufhin die Immobilie dem Bewerber angeboten, der den zweithöchsten Kaufpreis geboten hatte. Da sich inzwischen die Strategie von Bund und Land bei der Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen inzwischen geändert habe, müsse man nun abwägen, ob man weiterhin am Verkauf festhalten soll oder angesichts der gesetzlichen Verpflichtung über die Bereithaltung einer Obdachlosenunterkunft oder eine andere Nutzung nachdenken soll.
In diesem Zusammenhang ging Bgm. Ruß darauf ein, dass laut staatlicher Unterbringungsstrategie Asylsuchende nur noch auf Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung verteilt werden. Dezentrale Unterkünfte seien auf Antrag des Sozialministeriums abzubauen. Das Landratsamt dürfe auslaufende Mietverträge nicht mehr verlängern. Anerkannte Flüchtlinge sollen im privaten Wohnraum untergebracht und eigene Mietverträge abschließen. Bei aus dem Ausland nach ziehende Familienangehörigen dürfte das schwierig werden.
Die Diskussion im Sander Gemeinderat drehte sich um den Aufwand, das Gemeindehaus als Obdachlosenunterkunft bereit zu halten und herzurichten. Einig war man sich darin, dass eine Renovierung eine stattliche Summe verschlingen würde. Für eine Obdachlosenunterkunft seien jedoch geringere Standards als für eine Mietwohnung anzusetzen. Strom, Wasser, Heizung (Einzelöfen), Kochgelegenheit, Gemeinschaftsdusche und WC seien im Gemeindehaus vorhanden. Bei einer Nutzung als Obdachlosenunterkunft könne das Raumkonzept im Gemeindehaus beibehalten werden. Erforderlich seien auf jeden Fall Reparaturarbeiten am Dach und eine Überarbeitung der stark ramponierten Zimmer im Untergeschoss erforderlich. Neue Haustechnik für Heizung, Strom und Wasser seien für diesen Bedarf nicht erforderlich.
Zum Ende des Meinungsaustausches fasste Bürgermeister Ruß zusammen: Durch die neue Strategie von Bund und Land in Sachen Asylsuchenden habe sich eine neue Situation für das Gemeindehaus ergeben. Man sollte den in einer früheren Sitzung gefassten Beschluss rückgängig machen und den Verkauf stoppen. Des weiterem sollte man über die weitere Verwendung des Gemeindehauses bzw. über neue Aspekte nachdenken, vielleicht auch darüber, ob man das Haus so herrichtet, damit es den Mindeststandards einer Obdachlosenunterkunft entspricht.
Der abschließende Beschluss des Gemeinderates beinhaltete, dass der frühere Beschluss bezüglich Verkauf des Gemeindehauses rückgängig gemacht wird. Darüber hinaus soll über eine weitere Nutzung nachgedacht und wegen einer eventuellen Renovierung nach möglichen Fördermitteln gesucht werden. Als erste Maßnahme soll der Bauhof beauftragt werden, die Immobilie zu überprüfen – insbesondere im Bereich des Daches – inwieweit der Zustand noch in Ordnung ist und kleinere Mängel beheben, so dass sich keine größeren Schäden.